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Journalismus first! (Auszug)

Abstract: Aktuell sind in Deutschland im Gesamtbereich Redaktion, Journalismus, Öffentlichkeitsarbeit 201.000 Personen erwerbstätig. Ihre Berufsbezeichnungen und Tätigkeiten ähneln und überschneiden sich teilweise. Dennoch hat sich bei journalistischen Volontären, Berufseinsteigern, aber auch gestandenen Journalisten die Einschätzung festgesetzt, einen besonders ehrbaren Beruf zu haben. Ein Wechsel in die PR erscheint vielen als eine Art „moralischer Abstieg“ und als Abkehr von den eigenen Idealen. Die Möglichkeiten und Freiräume in Pressearbeit und Corporate Media werden oft unterschätzt bzw. nicht gesehen. Auf welcher Grundlage steht die wahrgenommene moralische Überlegenheit der Journalisten? Lässt sie sich durch statistische Befunde, Tätigkeiten, gesellschaftliche Funktion etc. begründen? Wie ließe sich das Dilemma lösen? Dieser Diskussionsbeitrag schlägt als Lösung vor, die ethischen Regelwerke des Journalismus als Grundlage für eine umfassende Ethik der Kommunikation heranzuziehen, kurz: Journalismus first.

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Für die praktische Medienethik ergeben sich daraus weitere Detailaufgaben. Die nachfolgenden Beispiele zur Veranschaulichung sind ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
1. Die Kodizes für Journalisten müssten an die Erkenntnis angepasst werden, dass auch Medienorganisationen Organisationen sind, die ihre eigenen Interessen verfolgen. Es muss eine Schwerpunktverlagerung und -erweiterung erfolgen: Der Medienkodex sollte vor allem die Organisationen adressieren, nicht nur die einzelnen Akteure. Das würde Druck von den Akteuren nehmen.
2. Neu zu erstellen sind Kodizes für die Nutzer. Bislang liegt die rechtliche Verantwortung für Nutzerkommentare ausschließlich bei den Medienunternehmen. Die Nutzer sind hier stärker in die Verantwortung zu nehmen. „Netiquetten“ von Selbstorganisierten sozialen Netzwerken könnten herangezogen und auf ihre Tauglichkeit überprüft werden, beispielsweise das – recht elaborierte – Regelwerk, das sich die Wikipedia gegeben hat.
3. Öffentlichkeitsarbeit und Organisationskommunikation müssen stärker in die gesellschaftliche Verantwortung genommen werden, insbesondere auf der Makro-Ebene. In Anerkennung der Eigenständigkeit von Organisationskommunikation und ihren verwandten Gebieten müssten Berufsethiken angepasst und gegebenenfalls wo notwendig weitere gesetzliche Vorgaben entwickelt werden.
Eine solche umfassende Ethik der Kommunikation wäre hilfreich auf allen Ebenen. Ein praktischer Nebeneffekt wäre, dass Missstände einfach und verständlich thematisiert und journalistische Qualitätskriterien für Produkte etwa des Content Marketing eingefordert werden könnten. Als weiterer Nebeneffekt würde die Organisationskommunikation auf der Basis einer übergreifenden Kommunikationsethik mit einer ethischen Verortung ausgestattet, die der journalistischen Berufsethik sehr nahe käme. In der Praxis hätte damit wohl kein Nachwuchsjournalist mehr Probleme, einen Job etwa in der Öffentlichkeitsarbeit anzunehmen, und auch für den Wechsel in die umgekehrte Richtung wären keine größeren medienethischen Hürden aufgestellt. Damit ginge letztlich zum Einen der Journalismus und zum Anderen die Journalistik in Führung – kurz: Journalismus First.

Journalismus first. Ein Vorschlag für eine umfassende Ethik der Kommunikation auf der Grundlage der Regelwerke für Journalisten. In: Ingrid Stapf, Marlis Prinzing, Alexander FilipoviÄ (Hgg.): Gesellschaft ohne Diskurs? Digitaler Wandel und Journalismus aus medienethischer Perspektive, Baden-Baden 2017, S. 135-150.

Bei Nomos ist der Beitrag einzeln zu erwerben; hier gibt es auch das gesamte Buch.

Letzte Aktualisierung: Fr. 03. 02. 2017. 13:25 Uhr (GaHo)
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