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(Fast) alles ganz anders.

Das waren die Medientage München 2011

Vor der Eröffnung

Vor der Eröffnung

Es hätte sein können wie immer auf den 25. Medientagen München. Und dann war doch fast alles ganz anders: Die Keynote sprach erstmals ein Werbefachmann, Florian Haller, Hauptgeschäftsführer der Agenturgruppe Serviceplan. Und ausgerechnet er forderte attraktive Medien-Inhalte ein. Das Storytelling, gerade ein Megatrend in der PR-Branche, bedeute die eigene Marke zum Medium zu machen, so Haller.

Der neue Moderator der „Elefantenrunde“, Wirtschaftswoche-Chefredakteur Roland Tichy, agierte nicht als Stichwortgeber, sondern hakte nach. Und auch die klassische Aufteilung der „Mediengipfel“ in Print, Hörfunk, Fernsehen, Online wurde zugunsten einer Neustrukturierung in „Infrastrukturgipfel“, „Online-Gipfel“, „Publishing-Gipfel“ und „Content-Gipfel“ aufgegeben. Dass dabei der Journalismus unter die Räder kam, fiel lediglich der Münchner Journalismus-Ausbilderin Sabine Resch von der Akademie für Mode und Design auf.

Im Mediencampus-Areal

Im Mediencampus-Areal

Peter Driessen von der IHK München und Oberbayern hob auf einem Panel im Mediencampus-Bereich die Bedeutung der Online-Medien hervor. Diese Bedeutung sei eben nicht auf die Medienwirtschaft begrenzt, sondern betreffe die gesamte Unternehmenskommunikation. Und: Die Bedeutung von Schulnoten für einen erfolgreichen Berufseinstieg würde völlig überschätzt. Die anwesenden Schülerinnen und Schüler hörten’s mit Vergnügen.

Wie das Internet die Politik verändert

Wie das Internet die Politik verändert

Auch die formelhaften Bekenntnisse zur Liberalisierung und zur privaten Medienwirtschaft bei der Eröffnung der Medientage fehlten. Stattdessen bekannte Medienminister und Staatskanzleichef Marcel Huber, er sei ein „überzeugter Anhänger“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Einen kleinen Seitenhieb auf den Citizen Journalism konnte Marcel Huber sich dann doch nicht verkneifen: Die Bloggerszene könne einen sauber recherchierten Beitrag für ein Printmedium nicht ersetzen, so Huber. Ein Aufstöhnen ging durch Twitter - als ob es keine Watchblogs und bloggenden Journalisten für Printmedien gäbe! Aber da es auf den Medientagen nirgends eine Twitterwall gab, blieben die Social-Media-Anwender hier unter sich.

Die Medien-Professorin Marlis Prinzing war hier schon weiter als der Minister: Sie ordnete die CNN-Form des Citizen journalism – Bürgerinnen und Bürger stellen Videobeiträge ein, wobei hauptberufliche Redakteure intensives Fact-Checking betreiben – zu Recht als Journalismus ein, da hier die journalistische Gegenrecherche gewährleistet sei. Wie das Internet Gesellschaft und Politik verändert, beschrieb auf dem gleichnamigen Panel Christian Humborg von „Transparency International“. Seine Organisation fordert Transparenz von den Mächtigen ein. Das sei nicht mehr zuvorderst der Staat. Die Macht sei vom Staat zu den Unternehmen gewandert. Der frühere bayerische Medienminister Eberhard Sinner gab zu bedenken, dass fragmentierte Politik-PR über Social Media sich, weil individualisiert, der öffentlichen Kontrolle entziehe. Dass Bernd Gäbler im Eröffnungsstatement zum Panel ausgerechnet eine völlig neue Ära ausrufen musste, die durch die Digitalisierung eingeleitet worden sei, verlockte mich im Tweet allerdings zum Kommentar *gaehn*.

Richard Heigl

Richard Heigl

Öde war ein Panel mit dem Titel Lokal - Sozial - Mobil: (Zeitungs)Trends 2011, bei dem vor allem die Mittelbayerische Medienfabrik mit ihrer zentralen Datenhaltung glänzte. Da half auch die viel beschworene Interaktivität nicht. Ich habe kein einziges Podium ohne Publikumsbefragung erlebt. Dieses 'Wir sind jetzt total interaktiv' kann eine wirklich unspannende Veranstaltung aber auch nicht retten.

Ganz im Gegensatz zu den wirklich spannenden Podien im Aus- und Weiterbildungsareal des Mediencampus Bayern. Hallo-Welt-Geschäftsführer und Buchautor Richard Heigl bemerkte dort ganz richtig: „Facebook kann nichts dafür - wir alle sind die Langweiler.' Er forderte Soziale Netze als Infrastruktur ein - eine öffentliche Aufgabe. Sein Vortrag „Warum Facebook stirbt“ lockte so viele Besucher in Mediencampus-Areal, dass nicht alle einen Sitzplatz fanden. Einer davon hatte es sich an unserem Stand der Journalistenakademie bequem gemacht. Er schüttelte den Kopf: „Das ist der beste Vortrag der ganzen Medientage. Dagegen kann ich alles vergessen, was ich heute dort oben (im kostenpflichtigen Areal) gehört habe!“

Die Medientage von oben

Die Medientage von oben

Dort oben hob Bernd Zanetti, Geschäftsführer der Akademie des Deutschen Buchhandels, die Bedeutung von iPad-Magazinen für der Corporate Communication hervor. Tablet-Nutzer zeigten eine erhöhte Zahlungsbereitschaft - auch im Corporate Publishing. Zudem würden sie für einen Qualitätsschub bei den Magazinen sorgen und die Leser aktivieren. Tobias Dennehy von Siemens beklagte, dass den meisten iPad-Apps im Corporate Publishing es den Unternehmen an Strategie mangle. Siemens setze weiterhin auf das Storytelling.

Alex Wunschel

Alex Wunschel

Unten im Mediencampus-Areal stellte Anatol Locker fest: „Für ein Kind ist ein Buch ein iPad, das kaputt ist“. Ebenfalls im Mediencampus-Areal erklärte Jo Groebel jungen Menschen die Medienwelt – das hatte auch für die anwesenden älteren Semester hohen Unterhaltungswert. Alex Wunschel führte Intels Museum of me vor, das zeigt, was an persönlichen Daten online ist.

Der Aus- und Fortbildungskanal in Aktion

Der Aus- und Fortbildungskanal in Aktion

Aber vielleicht sollte man die Bedeutung der Vorträge und Panels nicht überschätzen. Szene oben auf den Medientagen, beim Mittagessen: 'Und wie waren Ihre Vorträge so?“ „Dafür habe ich keine Zeit. Ich treffe Geschäftspartner.'

Und eins ist doch gleich geblieben: Ministerpräsident Horst Seehofer, der notorische Journalistenhasser, kam wieder nicht zu den Medientagen. Diesmal war der Euro schuld: Seehofer musste sich, ließ er mitteilen, auf die fürs kommende Wochenende geplanten Euro-Beschlüsse vorbereiten.

Gabriele Hooffacker

Letzte Aktualisierung: Fr. 21. 10. 2011. 15:52 Uhr (GaHo)
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