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Bericht vom 54. Münchner Mediengespräch: Themen, die untern Tisch fallen

Medienlogik versus Qualität

Beim 54. Münchner Mediengespräch am 10. Oktober fordert das Publikum bessere Information von den Medienvertretern ein

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Was macht eine Nachricht interessant für die Öffentlichkeit? Welche Faktoren bestimmen darüber, ob sie es in die Medien schafft? Auf die klassischen Nachrichtenfaktoren nach Walter Lippmann von 1922, nämlich Nähe, Prominenz, Überraschung und Konflikt, verwies Horst Pöttker zunächst.

Es waren ca. 60 Personen, die am 10.10.2012 ins Bayernforum der Friedrich-Ebert-Stiftung zum 54.Münchner Mediengespräch gekommen waren. Das Thema des Abends: „Themen die untern Tisch fallen“. Es ging um die Frage, welche Nachrichten von den Verantwortlichen in den Medien nicht veröffentlicht werden und warum. Auf dem Podium: Bernward Loheide, Leiter des dpa Landesbüros Bayern, Horst Pöttker, Professor an der TU Dortmund und Initiator der Organisation INA (Initiative Nachrichten Aufklärung); Michael Meyen, Professor an der LMU München.

Neuigkeitswert, Wissens-, Unterhaltungs- und Nutzwert machen in der klassischen Journalismuslehre den Nachrichtenwert aus. Michael Meyen brachte aus der aktuellen kommunikationswissenschaftlichen Forschung den Begriff der Medienlogik ein: Danach sollen Texte immer leichter verständlich sein, immer mehr Identifikationsmöglichkeiten für das Publikum bieten – kurz: Sie nähern sich dem Boulevard.

Das Podium diskutierte mögliche Tabus bei der Nachrichtenauswahl, und Bernward Loheide widersprach: Für eine Nachrichtenagentur dürfe es keine Tabus geben, sonst wäre sie schnell ihre Kunden los.

Das blieb beim Publikum nicht unwidersprochen. Mehrere Statements brachten Gegenbeispiele und forderten die redaktionelle Unabhängigkeit ein. Journalismus habe immer der Wahrheitsfindung zu dienen. „Er muss Öffentlichkeit herstellen“, so Horst Pöttker. Unangenehme Themen, die zu lange Zeit nicht öffentlich werden, können bei Bekanntwerden verheerende Folgen nach sich ziehen wie bei den Missbrauchsfällen im Bereich der katholischen Kirche, die lange bekannt waren, aber kein Thema in den Medien. Der eigentliche Skandal sei die Vertuschung des Skandals.

Gleichzeitig gehen die Zeitungsauflagen stetig zurück. Was in anderen Branchen längst stattgefunden hat, geht auch am Journalismus nicht vorbei. Fusionen führen zu Reduzierung von Arbeitsplätzen, die Medienkonzentration schreitet weiter fort.

Bernward Loheide wies auf die verlorene Gatekeeper-Funktion der Medien hin: In früheren Zeiten war es fast das Monopol der Medien Informationen zu verbreiten. Heute werden über Blogs und Social Media andere Wege gegangen. Doch hier war sich das Podium einig: Das Internet allein kann die gesellschaftliche Funktion klassischen Medien noch nicht übernehmen.Es bedarf nach wie vor der journalistischen Arbeit: Gegenrecherche, Nachbohren, Auswählen, Einordnen, Bewerten. Das heißt, qualitativ gute Recherchearbeit ist gefragt. Auf fundierte journalistische Aus- und Weiterbildung sollte mehr Wert gelegt werden, forderte Horst Pöttker.

Alfons Hiebinger/gh

Letzte Aktualisierung: Mo. 07. 01. 2013. 12:38 Uhr (GaHo)
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