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29. Münchner Mediengespräch

Recherche ist lernbar

Seit sieben Jahren veranstalten die Journalistenakademie und die Friedrich-Ebert-Stiftung gemeinsam die Münchner Mediengespräche. Thema im September: Die journalistische Recherche. Auf dem Podium saßen Ele Schöfthaler, Journalistin und Autorin des Lehrbuchs Die Recherche und Uwe Ritzer, Wirtschaftskorrespondent Nordbayern der Süddeutschen Zeitung. Die Moderation hatte Gabriele Hooffacker, die Schöfthalers Buch um Online-Recherchetipps ergänzte.

Als Journalist muss man eine gewisse „Vertretermentalität” an den Tag legen, um gute Rechercheergebnisse zu erzielen. Darin waren sich die beiden Podiumsgäste bei der Septemberrunde der Münchner Mediengespräche einig. „Wenn du vorne rausgeworfen wirst, kommst du hinten wieder rein”, so veranschaulichte es Uwe Ritzer, Korrespondent der Süddeutschen Zeitung. Wie er betonte auch die Journalistin und Buchautorin Ele Schöfthaler, dass die Kunst der Recherche nicht angeboren sei: „Sie ist zu lernen”.

Um den zahlreichen Zuhörern im Bayernforum der Münchner Friedrich-Ebert-Stiftung zu verdeutlichen, dass noch kein perfekter Journalist vom Himmel gefallen ist und jeder (freilich auch jede) aus seinen Fehlern lernen kann, gab Ritzer auch gleich einen Recherche-Flop zum Besten. Als junger Journalist ging er einer alten Dame auf den Leim, die ihm einen anrührenden Liebesbrief samt zugehöriger Geschichte aus ihren Jugendtagen präsentierte. Nachdem sein Beitrag dazu erschienen war, gestand sie ihm, dass alles nur erfunden war.. Um solche Pannen zu vermeiden, rät Ritzer, immer mehrere Quellen anzapfen und sich nie auf Gefühle wie Sympathie oder Antipathie zu verlassen.

„Man muss misstrauisch bleiben, immer Distanz bewahren”, ergänzte Ele Schöfthaler. Höflichkeit und Respekt vor seinen Gesprächspartnern dürfe man jedoch nie verlieren. Dazu gehöre nicht nur der gute Ton, sondern auch die angemessene Kleidung. „Jeder, der uns etwas mitteilt, macht uns ein Geschenk”, so Schöfthaler.

Höflichkeit sei aber auch gegenüber Pressesprechern und PR-Vertretern angebracht, fügte Ritzer hinzu. Umgekehrt erwarte er aus Presse- und PR-Abteilungen offene Informationskultur und nicht taktisches Herumlavieren.

Wie geht man damit um, wenn ein Informant ungenannt bleiben möchte? Dass man seine Quellen schütze, sei selbstverständlich, darin waren sich beide Podiumsgäste einig. Ele Schöfthaler erklärte, dass es dazu mitunter auch gehöre, bewusst eine falsche Fährte zu legen. Allerdings sei es manchmal nötig, vertrauliche Informationen, die man von mehreren Seiten habe, zu veröffentlichen, jedoch nicht, ohne den Informanten diese Entscheidung mitzuteilen.

Den Hinweis von Walther von La Roche, der Ikone der bundesrepublikanischen Journalistenausbildung, dass die Sparpolitik der Medien zu Lasten journalistischer Recherche gehe, wollten Schöfthaler und Ritzer nicht völlig unterschreiben. Trotz äußerst bedenklicher Entwicklungen, gerade bei privaten Fernsehanstalten, seien immer noch genügend recherchefreudige Journalisten unterwegs. Gerade bei ihrer Ausbildungstätigkeit erlebe sie immer wieder, dass junge Menschen auf journalistische Qualität setzen, so Schöfthaler zu den engagiert am Gespräch beteiligten Besuchern des Bayernforums.

Angelika Burkhard

Zu den Mediengesprächen im Überblick

Letzte Aktualisierung: Mo. 22. 01. 2007. 15:16 Uhr (GaHo)
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Fürs neue Jahr: Kalender 2016

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Alternativer Medienpreis: Preisverleihung, 22.5.

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